Wie Du eine Firmenidentität findest, die Dein Geschäft zum Erfolg verhilft


Dieser Artikel ist Teil der Existenzgründerserie: Design und Drucksachen für Existenzgründer

Ich könnte jetzt starten und über Corporate Identity und Corporate Design erzählen. Das wäre sicher etwas womit ein Werbeberater anfangen würde, aber für den Existenzgründer der alles selber machen will eine lästige Aufgabe.

Dennoch gibt es drei Dinge über die sich jeder Gründer – aber auch bestehende Firmen, die sich noch keine Gedanken darüber gemacht haben – im Klaren sein sollten:

Wer ist meine Zielgruppe?

Wie hebe ich mich von meinen Konkurrenten ab (was ist meine Nische)?
Für was steht meine Firma (oder für was möchte ich bekannt sein)?
Wer soll meine Produkte kaufen?

Daraus entwickelt sich die Firmenidentität:

Zielgruppe

Schmeiße kein Geld zum Fenster hinaus, sondern investiere auf Treffsicherheit und nicht auf Masse.

Frage dich: An wen soll sich meine Werbung richten. Wer profitiert von meinem Angebot – Der Endverbraucher? Ältere oder Jüngere, Familien oder Singles?

Je genauer du das bestimmst, desto wirkungsvoller wird deine Werbung sein.

Die Nische

In welcher Marktnische soll sich Firma positionieren?

Die Positionierung dient als Sprungbrett für deine Werbung.
Um deine Position im Markt zu bestimmen, solltest du dich unter anderem folgende Frage stellen:

Bietet mein Angebot einen Nutzen, den mein Zielpublikum wirklich wünscht?
Hebt es mich von der Konkurrenz ab?
Ist es einmalig und/oder schwer zu kopieren?

Versuche den einzigartigen Verkaufsvorteil herauszufinden, denn:

Ziel der Werbung ist es eine Alleinstellung gegenüber den Wettbewerbern zu erreichen. Deshalb muss die Anzeige, das Plakat, usw. eine Kernbotschaft vermitteln, die auf das Produkt und das Verhalten der Zielgruppe abgestimmt ist. Voraussetzung dafür ist, dass du weißt, welche Kriterien das Zielpublikum für die Kaufentscheidung als relevant ansieht.

Leider ist es heute so, dass einzigartige Verkaufsvorteile nicht lange einzigartig bleiben. Gut beobachten konnte man dies auf dem Waschmittelmarkt. Irgendeiner fing mit Nachfüllpacks an, die anderen folgten prompt nach.

Welche Eigenschaft soll nun dieses Alleinstellungsmerkmal (USP = Unique Selling Proposition) darstellen, welche Nutzenbotschaft soll transportiert werden? – Also werden Eigenschaften gesucht, die die Konkurrenzprodukte nicht bieten und die bestimmend für die Kaufentscheidung der Kunden sind.

Ist ein solches USP nicht möglich, kann man über die Werbung auch eine emotionale Alleinstellung die sogenannte UAP (= Unique Advertising Proposition) erreichen. Diese emotionale Alleinstellung ist von Mitbewerbern nur schwer nachzuahmen.

Ritter Sport hatte vor Jahren den genialen Einfall, die Tafel nicht mehr – wie gewöhnlich – rechteckig, sondern quadratisch zu machen. Womit auch gleich der Slogan geboren wurde: “Quadratisch, Praktisch, Gut.” Sicher könnten andere Hersteller nachziehen und auch eine quadratische Schokolade auf den Markt bringen. Aber Ritter Sport war eher da und hat das Feld für sich besetzt.

Für das Beispiel des Gründers von Umzugsbutler könnte man folgende Aussagen treffen:

Die Zielgruppe sind berufstätige Ehepaare oder Singles ab 40, die keine Zeit, aber das Budget haben einen Umzug zu organisieren bzw. organisieren zu lassen.

Umzugsbutler hebt sich nicht von der Konkurrenz über den Preis ab, sondern über das Organisationstalent und Zuverlässigkeit ab.
Umzugsbutler möchte bekannt sein für zuverlässigen und stressfreien Umzug.

Der Slogan könnte sein: der zuverlässige Umzugshelfer.